Monatsarchiv: Oktober 2010

Schlimmer geht immer!

Heijajei,

gestern war mal wieder so ein Tag wo einen das Leben einfach nur fickt und man am Ende des Tages nur sagen kann „Schlimmer geht immer“.

Dabei fing der Tag eigentlich recht entspannt und harmlos an. Ich habe nicht verschlafen und war auch im Bad recht zeitig fertig. So konnte ich in aller Ruhe vor dem Weg zur Uni noch ein wenig durch das Internet surfen. Das war so entspannend, dass ich glatt die Zeit vergaß und 3 Minuten vor dem vereinbarten Zeitpunkt an einer Bushaltestelle wieder auf die Uhr schaute. Sofort gingen alle Alarmglocken an. Wie von einer Tarantel gebissen sprang ich aus dem kuschligen Bett.

Verflixt, nun stand ich da, panisch vor Zeitnot und in einem Anblick für die Götter: gegelte Haare, Pulli, Boxershorts. Irgendwie hatte ich mich im Bad nur halb angezogen. In Rekordtempo sprang ich in die Hose, die Socken und meine Chucks. Ich war fast schon stolz auf mich, denn nur Michael Schumacher war schneller als ich. Nun nur noch Lappy zusammenpacken, Rucksackschnappen, Schlüssel und Handy greifen und ab gehts! Denkste, der Schlüssel war nicht da und das Handy leer. „Super, Arnie“ nu kannste den Kommilitonen nichtmal anrufen und bescheidgeben, dass du zu doof für die Zeit bist. Also ich noch hektischer am Suchen. Dummerweise hatte ich in Gedanken schon den Schlüssel eingesteckt gehabt und konnte ihn deshalb erst nicht finden.

Mit der Lunge eines Rauchers und der Eleganz einer Gazelle oder wie dieses Tier mit dem Rüssel schließlich heißt, sprintete ich zum Treffpunkt. Doch der Kommilitone war nicht dort.

Mit hängendem Kopf betrachtete ich mein ausgeschaltenes Handy. Tja Arne, du warste wohl weit zu spät und kannst ihn nichtmal anrufen und dich Entschuldigen. Naja Dumm gelaufen denke ich mir und wartete noch 5 Minuten. Da, ich noch die Chance hatte zu Fuss pünktlich meine Vorlesung zu erreichen beschloss ich einfach loszulaufen.

„Lauf Forest, Lauf!“ Wie Forrest Gump setzte ich einen Fuss vor den anderen. Der Weg war das Ziel und mein Verlangen nach Bildung die Motivation. Nein stimmt natürlich nicht, aber hört sich gut an 😉

Wer den Weg kennt, weiß er ist eine Qual. Der Weg gibt einem vor bei der Besteigung des Mount Everest dabei zu sein. Mich wunderts das RTL noch keine Realty Soap über diesen Weg gedreht hat.

Mit letzter Kraft erklimme ich schließlich den Mount Everrest meiner Fakultät. Zu meinem Entsetzen musste ich schließlich feststellen das mein Kommilitone selbst 5 Minuten zuspät am Treffpunkt war und wir uns wohl um wenige Augenblicke nur verpasst haben! Verflixt, dachte ich nur, aber naja passiert halt mal.

Montag morgen  8 Uhr, anfürsich ist es schon eine Qual zu dieser Uhrzeit in einer Vorlesung zu sitzen, aber bei diesem Prof ist es noch schlimmer. Er ist ja super nett und jeder mag ihn, aber abseits seiner Vorlesungen. Sein Temprament und seine Redegeschwindigkeit sind einmalig, selbst eine Schlaftablette würde vor Scham rot anlaufen! Ich glaube man könnte seine Vorlesung ohne weiteres auch auf 15 Minuten zusammenkürzen.Aber naja, es gibt schlimmeres, denke ich mir jeden Montag um 9:30. So auch gestern.

2 Veranstalltungen später hatte ein eine praktische Übung mit Abgabe einer Hausarbeit. Anfürsich nichts wildes, ausser man gibt sie wie ich bei einem korinntenka… ach ihr wisst schon, ab. Ich fand den Mitarbeiter immer super nett, aber da kannte ich sein wahres Gesicht noch nicht. Ich glaube er wollte mich fisten, aber ohne Gleitmittel. Ich habe in 2 Anläufen versucht abzugeben, aber er ritt jedesmal auf irrelevanten Kleinigkeiten rum. Einmal brachte er mich so aus dem Konzept, dass ich dachte ich könnte nichtmal mehr die grundlegensten Dinge, aber ich hatte es die ganze Zeit über richtig, er wollte es nur anders formuliert hören und sagte jedesmal ich würde es falsch machen. Naja nach dieser Aktion habe ich die restlichen Aufgaben mit einem anderen Mitarbeiter verglichen und ich werde nie wieder bei dem ersten abgeben.

Ok, dachte ich mir. Die Uni war mal wieder fürn Arsch, legste dich einfach den rest des Tages ins Bett und hoffst das nix mehr passiert! Tja hätte ich auch gerne gemacht, aber irgendwie kam ich erst gar nicht in mein Zimmer. Zuhause angekommen bekam ich die Haustüre erst gar nicht auf. „WTF“ dachte ich nur, ich habe ca 10 Minuten an diesem Schloss rumgejuckelt, bis ich es als ausweglos ansah. Unsere Klingel ist Kaputt, die Nachbarn auch nicht da und mein Handy Akku war leer. Ich konnte also nichtmal meine Mitbewohner anrufen und an die Tür bitten. Da kam mir ein rettender Gedanke. Ich gehe zum Kommilitonen und bitte einem Obdachlosen um Unterkunft bis ich meine Mitbewohner erreiche.

20 Minuten Fussweg später war ich endlich am Ziel. Mit großen Augen öffnete er mir sein Reich und ehe er begriffen hat, dass ich nicht eine Einbildung bin, sondern real vor ihm stehe war ich auch schon an ihm vorbei in seinen Flur gehuscht.

Nach kurzer Schilderung meiner vergangenen Minuten und einem Lachanfall seinerseits schauten wir in meinen ICQ Account. Meine Mitbewohner sind eigentlich daueronline, aber gestern natürlich nicht! „Festnetzanschluss“ donnerte es in meinem Kopf. Dumm nur wenn man seine Festnetztelefonnummer selbst nicht weiß und das Handy keinen Akku mehr hat. Da ich das Festnetztelefon auch nie benutze hat auch keiner von meinen Freunden die Nummer. „Oh man“ dachte ich nur „Was ein Tag.“ Ca. 4h  verbrachte ich dort, bis wir schließlich zusammen zu meiner Wohnung fuhren. Mein Kommilitone bekam die Tür dummerweise nach 20 Sekunden auf. Wie sollte es an diesem Tag auch anders sein.

„Home Sweet Home“ Endlich zuhause in dem eigenen Zimmer angekommen schmiss ich mich erschöpft in meinen Sessel. Klappte meinen Laptop auf und Chattete im Icq. So unterhielt ich mich auch mit einem anderen Kommilitonen über eine Frau und zählte einige Dinge auf die dagegen sprechen würden das sie sich zu mir hingezogen fühlen könnte und beendete meine Aufzählung mit „und grüß schön, denn bei meinem Glück sitzt sie gerade neben dir und liest mit.“ – „Danke schöne, grüße zurück“. Ein langes „Och NÖÖööööööö“ raunte durch meinen Kopf, aber warum sollte an diesem Tag auch mal was positiv verlaufen.

Also sollte dieser Abend besser in der Badewanne und dem Bett ausklingen, dachte ich mir und schlenderte ins Bad. Beugte mich zu dem Badewannenwasserhahn und drehte ihn auf. Tja, da mein Tag ja nur so vor Glück strotzte *hust* klemmte natürlich der Umschalter von Dusche zu Badewanne und ich bekam eine kalte Dusche von Oben anstelle des Badewassers.

Nachdem ich schließlich aus meinen nassen Klamotten raus war folgte die Fortsetzung des Gesprächs im Icq mit dem Kommilitonen, welches mich sehr verwirrte. Ein spontanes Treffen, aber irgendwie kam ich nicht drauf klar was er von mir wollte.Wo sollte es sein? Wann? Ach irgendwie hab ichs einfach nicht gerallt.

Ich legte mich also lieber in die Badewanne und danach ins Bett, doch bekam nach 20 Minuten Hunger. Genau in diesem Moment schrieb mich eine Kommilitonin an, ob ich nicht mit zu Burger King wollte. „Wow“ dachte ich, das könnte der Klimax des Tages werden.

Denkste, denn während des Essens wurde es auch nicht unbedingt besser. Man stelle sich mein ganzes Pech des Tages in einem kleinen Becher vor, dann kam jetzt ein Eimer dessen Inhalt noch dazu gekippt wurde.

Meine Kommilitonin erzählte mir nebenbei, dass sie am Wochenende besagte Frau getroffen habe und sie auf mich angesprochen habe und gefragt habe ob da was zwischen uns laufen würde. Mein Kopf schlug mental mehrfach auf die Tischkannte ein. Zu allem überfluss war meine Kommilitonin so betrunken gewesen, dass sie sich nichtmal mehr an die Antwort erinnern konnte.

Ein rabenschwarzer Tag deutete sich an. Da fiel meinem Kommilitonen noch auf „Ach, übrigens vorhin hat xxx von meinem Icq aus mit dir geschrieb.“ Meine Augen rissen weit auf, ich dachte nur noch „Lass sie bitte nicht während meiner Aufzählung mit mir geschrieben haben oder sie nur gelesen haben“ Fiese Hirnkonstruktionen über mögliche Situationskonstellationen und Wahrscheinlichkeiten spielten sich in meinem Kopf ab. Aber ich schloss meine Gedanken schließlich ab indem ich mir sagte, dass es nun eh nicht mehr zu ändern sei, so wie der ganze Tag ein Teil meines Lebens sei und an solchen Tagen der Charakter wächst.

Kategorien: Dummschwätzerei | 9 Kommentare

Das Grab

Ich habe mal wieder einen kleinen Text geschrieben. Ich lag mit langweile im Bett und griff nur kurz zum iPad um mal ein bissel was drauf los zu tippen. Es ist heute was kurzes und trauriges geworden und nix dolles. Ich hab einfach ohne groß zu überlegen einfach drauf los geschrieben.

Das Grab

Es ist ein dunkler regnerischer Herbsttag. Die Wolken hängen tief und Regentropfen fallen in einem dichten Gedränge vom Himmel herab. Es ist, als ob Engel an diesem Tag um jemanden weinen würden.

Aber es sind nicht nur Engel die an diesem Tag weinen. Nein, es ist auch ein junger Mann, der regungslos wie eine der vielen Friedhofsstatuen vor einem der Gräber steht und starr hinab blickt. Seine Tränen gleiten wie auf einer Rutschbahn seine Gesichtszüge  entlang ehe sie sich schließlich mit dem Regen vereinen.

Es ist das Grab einer jungen Frau, seiner großen Liebe.

Für die meisten ist die Liebe das größte Geschenk welches man erhalten kann, für ihn jedoch ist dieses Gefühl wie ein Fluch. Seine Liebe war jedoch wie eine zweiseitige Klinge, die ihm immer tiefer in das eigene Fleisch schnitt. Denn in seinem Fall beruhte die Liebe auf Einseitigkeit. Einer Leidenschaft welche die junge Frau nicht erwiderte.

Er wusste von ihrer Abneigung ihm gegenüber, aber wollte sie nicht wahr haben.  So wurde jeder noch so kleine Funke von Hoffnung  zu einer lodernden Glut, die ihm Hoffnung schenkte. Er konnte und wollte die junge Dame nicht aufgeben, egal wie respektlos sie ihn behandelt hatte.

Der junge Mann war ihr in solchen Situationen nicht einmal sauer, vielmehr verfluchte er sich und seine Gefühle, dass er für so jemanden überhaupt etwas empfinden könnte. Wenige Augenblicke später war seine Sehnsucht allerdings erneut so groß das sie sämtliche Wunden heilte und ihn alles zu vergessen schienen lies.

Doch das Schicksal schien sie eingeholt zu haben. Sie wurde überraschend aus dem Leben gerissen und lies ihn in seiner Einsamkeit zurück. So steht er nun Tag für Tag an ihrem Grab auf der Suche nach seinem inneren Frieden.

Kategorien: Kurzgeschichten | Hinterlasse einen Kommentar

Bloggen auf WordPress.com.